Energieproduktion

Die Gemeinde Mals hat in der jüngeren Vergangenheit große Anstrengungen in den Ausbau der erneuerbaren Energien zur Stromproduktion gesteckt. Die letzten 15 Jahre sind von einer intensiven Projektierungs- und Bautätigkeit gekennzeichnet gewesen. Über die Gemeinde selbst und über die E-AG (zu 100 % in Besitz der Marktgemeinde Mals) ist nunmehr die Beteiligung an mehreren Wasserkraftwerken und Photovoltaikanlagen sowie einer Holzvergasungsanlage gegeben.

In Bezug auf die Wasserkraft sind in den 10 letzten Jahren auf dem eigenen Gemeindegebiet 9 neue Kraftwerke mit Beteiligung der Marktgemeinde Mals realisiert worden. Das Kraftwerk Knottbergquellen, welches seinen Betrieb bereits im Jahr 1991 aufgenommen hatte, wurde lediglich saniert, während alle anderen Kraftwerke neu errichtet wurden. Damit ist es möglich gewesen, das bis dato noch nicht genutzte hydroelektrische Potenzial auszunutzen. Auch ist die Marktgemeinde Mals an den Großkraftwerken der Alperia VI Power in Glurns und Kastelbell mit 2,03% beteiligt.

Tabelle 1 gibt einen Überblick über die Wasserkraftwerke, an welchen die Marktgemeinde Mals bzw. die E‑AG beteiligt sind. Eine Sonderstellung nehmen die Trinkwasserkraftwerke ein: diese sind auf den Trinkwasserzubringerleitungen installiert und nutzen das hydroelektrische Potenzial zwischen den Quellen und den Hochbehältern oberhalb der Dörfer. Sie nutzen lediglich das von den Bürgern benötigte Wasser und haben deshalb keine Auswirkungen auf den Wasserhaushalt. Die Anteile am Kraftwerk der Zerzer Konsortial GmbH, welches ursprünglich von der Marktgemeinde Mals realisiert wurde, sind der Tourismus und Freizeit GmbH übertragen worden. Mit den daraus resultierenden Einkünften kann der Betrieb des Naherholungsgebietes am Watles mitfinanziert werden.


Tabelle 1. Beteiligung der Marktgemeinde Mals an Wasserkraftwerken.

Tabelle 1. Beteiligung der Marktgemeinde Mals an Wasserkraftwerken.


In der Marktgemeinde Mals sind dazu noch ca. 10 Wasserkraftwerke mit privater Beteiligung in Betrieb. Diese erzeugen ihrerseits in Summe weitere 3,75 Mio. kWh pro Jahr. Almkraftwerke und Kraftwerke für Schutzhütten, welche Strom nur für den Eigenverbrauch produzieren und nicht an das Netz angeschlossen sind, sind hier nicht mit eingerechnet.

Die E-AG ist auch Besitzerin und Betreiberin von 17 Photovoltaikanlagen, welche auf den Dächern öffentlicher Gebäude in der Marktgemeinde Mals installiert sind. Diese erzeugen Summe etwa 1 Mio. kWh pro Jahr. Im Fernheizwerk von Mals ist weiters eine Holzvergasungsanlage installiert. Diese befindet sich in Besitz der Gemeinde Mals und erzeugt pro Jahr etwa 2 Mio. kWh an Strom.

Abbildung 1 zeigt eine Gesamtübersicht der Stromerzeugungsanlagen mit Beteiligung der Marktgemeinde Mals.

In Tabelle 2 ist die durchschnittliche Jahresproduktion der Wasserkraftwerke dargestellt. Tabelle 3 hingegen zeigt die durchschnittliche Gesamtproduktion der Wasserkraftwerke mit Beteiligung der Marktgemeinde Mals und die auf die Marktgemeinde Mals bzw. die E-AG bezogene Produktion. Interessanterweise entfällt die größte Strommenge (fast 13 Mio. kWh pro Jahr) für die Marktgemeinde Mals auf die Großkraftwerken der Alperia VI Power in Glurns und Kastelbell. Deshalb hat sich der unermüdliche Einsatz unserer politischen Vertreter in der Vergangenheit um Anteile an diesen Kraftwerken auf alle Fälle gelohnt.


Tabelle 2. Durchschnittliche Jahresproduktion in KWh der Kraftwerke der Marktgemeinde Mals seit 2012 (Daten teilweise unvollständig)

Tabelle 2. Durchschnittliche Jahresproduktion in KWh der Kraftwerke der Marktgemeinde Mals seit 2012 (Daten teilweise unvollständig)


Tabelle 3. Durchschnittliche Jahresproduktion in MWh der Kraftwerke mit Beteiligung seitens der Marktgemeinde Mals mit Darstellung des auf die Marktgemeinde Mals bzw. E-AG entfallenden Anteils.

Tabelle 3. Durchschnittliche Jahresproduktion in MWh der Kraftwerke mit Beteiligung seitens der Marktgemeinde Mals mit Darstellung des auf die Marktgemeinde Mals bzw. E-AG entfallenden Anteils.


Die E-AG und die Marktgemeinde Mals zusammen produzieren also jährlich im Durchschnitt knapp über 40 Mio. kWh an sauberer Energie. Dies deckt den Strombedarf von etwa 10.000 Haushalten ab. Mals produziert also mehr Strom als es selbst verbraucht. Dies führt zu einer überaus positiven CO2 Bilanz, da ein Überschuss an erneuerbarer Energie generiert wird.

In diesem Zusammenhang ist es wichtig zu erwähnen, dass die Stromproduktion nicht jedes Jahr in gleicher Menge erfolgen kann. Bei Wasserkraftwerken hängt dies mit der Verfügbarkeit der betreffenden Anlage und mit dem Wasserdargebot zusammen. Das Jahr 2022 war bekanntermaßen ein Jahr mit sehr wenig Niederschlag. Dies hat sich auf die Stromproduktion aus Wasserkraft empfindlich ausgewirkt. In Abbildung 1 kann sehr gut erkannt werden, dass nach einem Produktionsmaximum im Jahr 2021, zurückzuführen auf die Inbetriebnahme des Kraftwerkes am Rambach, im Jahr 2022 die Produktion eingebrochen ist. Nichtsdestotrotz wird die Wasserkraft auch in den nächsten Jahren einen sehr wichtigen Beitrag zur CO2 – Reduzierung leisten, denn auch in Zeiten des Klimawandels wird nicht jedes Jahr von einer solchen Trockenheit gekennzeichnet sein wie das Jahr 2022. Beispielsweise ist der Niederschlag im Frühjahr 2023 schon wieder sehr viel höher gewesen als im langjährigen Jahresdurchschnitt.


Abbildung 1. Gesamtübersichtskarte der Stromerzeugungsanlagen mit Beteiligung der Marktgemeinde Mals und Produktion​ in den Jahren 2016 – 2022.

Abbildung 1. Gesamtübersichtskarte der Stromerzeugungsanlagen mit Beteiligung der Marktgemeinde Mals und Produktion in den Jahren 2016 – 2022.


Auch ist bei allen realisierten Kraftwerken in der Genehmigungsphase eine Analyse der Auswirkungen auf die Umwelt vorgenommen worden. Durch entsprechende Milderungs- und Ausgleichsmaßnahmen kann für alle Kraftwerke eine positive Umweltbilanz erreicht werden. Die Auswirkungen auf die genutzten Fließgewässer sind als gering zu bezeichnen, die ökologische Funktionsfähigkeit kann durch einen umsichtigen Betrieb der Anlagen erhalten bleiben. Dazu gehören die Einhaltung der abzugebenden Restwassermengen, Vorsicht bei Entsanderspülungen und das vorausschauende Management von Störfällen. Ökologische Untersuchungen nach mehreren Betriebsjahren an der Puni und am Saldurbach haben bestätigt, dass die Fließgewässerfauna (Fische und Makroinvertebraten) durch den Betrieb der Kraftwerke nicht negativ beeinflusst worden ist.

Die Kraftwerke sind aus klimapolitischer Sicht ein wichtiger Beitrag und tragen auch zum wirtschaftlichen Wohlergehen aller beteiligten Körperschaften bei.


Übersichtskarte Standorte Stromerzeugungsanlagen